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Die bekanntesten Münchener Autoren und bayerischen Schriftsteller

München war über ein Jahrhundert eine literarische Hauptstadt. Die Autoren, deren Werk die Stadt zum Gegenstand hat, und nicht nur zur Adresse.

Innenraum einer alten Buchhandlung mit dunklen Holzregalen
Schwabing war um 1900 für die deutsche Literatur, was Paris für die Malerei war.

Schwabing um 1900: als München literarische Hauptstadt war

Zwischen etwa 1890 und dem Ersten Weltkrieg war Schwabing der wichtigste Literaturbezirk im deutschsprachigen Raum. Billige Wohnungen, eine Universität, Verlage und eine Atmosphäre, in der Publizieren möglich war, zogen Autoren aus dem ganzen Reich an. Was dort entstand, prägte die Moderne mit.

Frank Wedekind lebte und arbeitete in dieser Zeit in München, schrieb hier für den Simplicissimus und wurde für seine Texte auch verurteilt. Die Stadt war damit nicht nur Kulisse, sondern Konfliktfeld: das literarische München war laut, politisch und regelmäßig im Streit mit der Zensur.

Geboren in München: Lion Feuchtwanger und Eugen Roth

Lion Feuchtwanger, geboren 1884 in München, ist der international bekannteste gebürtige Münchner Autor. Seine historischen Romane, darunter Jud Süß und Die Geschwister Oppermann, wurden in viele Sprachen übersetzt. Nach 1933 wurde er ausgebürgert, floh über Frankreich in die USA und kam nie zurück.

Eugen Roth, geboren 1895 in München, steht für das genaue Gegenteil: ein Autor, der die Stadt nie verlassen hat und dessen heitere Verse über den Menschen zu den meistzitierten Gedichten des deutschen Sprachraums gehören. Beide sind hier geboren, und ihre Wege könnten kaum weiter auseinanderliegen.

Oskar Maria Graf und die bayerische Stimme

Oskar Maria Graf, geboren 1894 in Berg am Starnberger See, ist der Autor, an dem sich am besten zeigen lässt, was bayerische Literatur sein kann, ohne Heimatkitsch zu werden. Wir sind Gefangene beschreibt Krieg, Revolution und Räterepublik aus der Perspektive eines Bäckersohns, in einer Sprache, die den Dialekt nicht versteckt.

Als seine Bücher 1933 nicht verbrannt wurden, forderte er öffentlich, sie zu verbrennen. Das ist die Art Haltung, die ihn in München zu einer Figur gemacht hat, über die man noch streitet, und nicht zu einem Denkmal.

Erika Mann, Peter de Mendelssohn, Thomas Meinecke

Erika Mann, geboren 1905 in München, war Schauspielerin, Kabarettistin, Kriegsberichterstatterin und Kinderbuchautorin, dazu die Nachlassverwalterin ihres Vaters. Ihr Kabarett Die Pfeffermühle war eines der frühesten und deutlichsten künstlerischen Angriffe auf den Nationalsozialismus.

Peter de Mendelssohn, in Berlin geboren und später in München lebend, schrieb mit Der Zauberer die maßgebliche Biografie Thomas Manns und war zugleich Romancier und Publizist. Thomas Meinecke, geboren 1955, steht für die Gegenwart: seine Romane arbeiten mit Musik, Theorie und Montage und gehören zu dem Wenigen in der deutschen Literatur, das sich ernsthaft an Popkultur abarbeitet.

Was die Reihe zeigt, ist eine Kontinuität, die man der Stadt nicht ansieht. München war nie eine Stadt mit einer literarischen Schule, sondern eine mit vielen gleichzeitigen, und das ist ihr eigentlicher Beitrag.

Verlage und was von ihnen bleibt

Zur literarischen Bedeutung Münchens gehört die Verlagsseite, und sie ist der Teil, der sich am stärksten verändert hat. Die Stadt war über Jahrzehnte einer der wichtigsten Verlagsstandorte im deutschsprachigen Raum, mit Häusern für Belletristik, Sachbuch und Wissenschaft. Konzentration und Übernahmen haben daraus wenige große Gruppen gemacht, während die interessanteren kleinen Verlage geblieben sind. Für Leser heißt das, dass die Münchner Literaturszene heute eher in den unabhängigen Buchhandlungen und auf Lesebühnen sichtbar wird als in den Verlagsprogrammen.

Wo man das heute nachlesen kann

Vieles von dem, was hier entstanden ist, liegt in München selbst: in der Staatsbibliothek, in der Monacensia, dem literarischen Archiv der Stadt im Hildebrandhaus, und in den Beständen der Universitätsbibliotheken. Die Monacensia ist dabei die eigentliche Adresse für alles, was mit Münchner Autoren zu tun hat, samt Nachlässen und Briefwechseln.

Für Leser ohne Archivinteresse ist der Einstieg einfacher. Von den Genannten sind Feuchtwanger, Graf, Roth und Meinecke lieferbar, und die Bibliotheken der Stadt haben sie im Bestand. Wer eine Stadt über ihre Literatur kennenlernen will, fängt bei Graf an, weil er als Einziger die Sprache mitliefert.

Häufige Fragen

Welche bekannten Schriftsteller kommen aus München?

In München geboren sind unter anderem Lion Feuchtwanger, Eugen Roth und Erika Mann. Oskar Maria Graf stammt aus Berg am Starnberger See und gilt als die prägende bayerische Erzählstimme des 20. Jahrhunderts.

Warum war Schwabing für die Literatur so wichtig?

Weil um 1900 billige Wohnungen, eine große Universität, mehrere Verlage und ein liberales Milieu zusammenkamen. Das zog Autoren aus dem ganzen deutschen Sprachraum an und machte den Bezirk für zwei Jahrzehnte zum Zentrum der Moderne.

Welche bayerischen Schriftsteller sollte man gelesen haben?

Oskar Maria Graf für die Zeit von Krieg und Räterepublik, Lion Feuchtwanger für den historischen Roman, Eugen Roth für die Verse und Thomas Meinecke für die Gegenwart.

Wo findet man Nachlässe Münchner Autoren?

In der Monacensia im Hildebrandhaus, dem literarischen Archiv der Stadt, dazu in der Bayerischen Staatsbibliothek und den Universitätsbibliotheken. Die Monacensia ist die erste Adresse für alles, was mit Münchner Autoren zu tun hat.

Welche Bücher spielen in München?

Von den Genannten arbeiten vor allem Oskar Maria Graf und die Nachkriegsliteratur direkt mit der Stadt; auch in der Gegenwartsliteratur ist München regelmäßig Schauplatz. Auffällig ist, wie oft die Stadt Gegenstand ist und nicht bloß Kulisse.

War Thomas Mann ein Münchner Autor?

Er ist in Lübeck geboren, hat aber den größten Teil seiner produktivsten Jahre in München gelebt und gearbeitet. Für die Literaturgeschichte der Stadt gehört er dazu, in eine Liste nach Geburtsort nicht.

Gibt es in München Literaturveranstaltungen?

Ja, getragen von den unabhängigen Buchhandlungen, dem literarischen Archiv der Stadt und den Lesebühnen. Angekündigt werden sie meist nur über die Häuser selbst, ähnlich kurzfristig wie bei den kleinen Musiklokalen.

Welche Verlage sitzen in München?

Die Stadt war über Jahrzehnte einer der wichtigsten Verlagsstandorte des deutschsprachigen Raums, für Belletristik, Sachbuch und Wissenschaft. Konzentration und Übernahmen haben daraus wenige große Gruppen und viele kleine Häuser gemacht.

Wo gibt es in München gute Buchhandlungen?

In der Maxvorstadt, in Schwabing und im Glockenbachviertel halten sich unabhängige Buchhandlungen mit eigener Auswahl und Veranstaltungsprogramm. Sie sind heute der sichtbarste Teil der literarischen Szene.

War München eine Stadt der Zensur?

Auch das. Um 1900 standen Autoren und Zeitschriften der Stadt regelmäßig vor Gericht, und in den 1930er-Jahren gehörte München zu den Orten, an denen die Bücherverbrennungen stattfanden.

Welche Literaturpreise werden in München verliehen?

Die Stadt und der Freistaat vergeben mehrere Preise für Literatur und Übersetzung, dazu kommen Stipendien und Stadtschreiber-Programme. Sie sind für den Nachwuchs wichtiger als für die Bestsellerlisten.

Gibt es Stadtführungen zu literarischen Orten?

Ja, angeboten von privaten Anbietern und vom literarischen Archiv der Stadt, meist mit Schwerpunkt Schwabing um 1900 und die Familie Mann. Die Adressen selbst sind frei zugänglich und lassen sich auch allein ablaufen.