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Wandern München: drei Tipps für Touren mit Kindern im Umland

Drei Touren im Umland, die mit der S-Bahn erreichbar sind und mit Kindern funktionieren, und was vorher stimmen muss.

Wanderweg durch Voralpenwiesen mit Bergen am Horizont
Das Umland fängt eine halbe Stunde hinter der Stadtgrenze an.

Tipp 1: beim Wandern München entscheiden die Wanderschuhe über die Tour

Beim Wandern München laufen Kinder erstaunlich weit, solange nichts drückt. Sobald es das tut, ist die Tour vorbei, und zwar sofort und endgültig. Deshalb steht die Ausrüstung vor der Streckenwahl und nicht danach. Ein knöchelhoher Schuh mit fester Sohle ist für Schotter und Wurzeln richtig; Turnschuhe reichen für Forstwege und sonst nichts.

Bequeme Wanderschuhe wie Dachstein Schuhe machen dabei einen Unterschied, der sich nicht am Preis, sondern an der Passform entscheidet. Wichtiger als die Marke ist, dass der Schuh am Nachmittag noch passt: Kinderfüße werden im Laufe des Tages größer, weshalb man abends anprobiert und nicht morgens.

Und dann eingelaufen werden. Ein neuer Schuh gehört zwei Wochen in den Alltag, bevor er auf eine Tour mitkommt.

Tipp 2: die Schwierigkeit realistisch einschätzen

Beim Wandern München ist die verbreitete Fehleinschätzung nicht die Länge, sondern der Höhenunterschied. Kinder haben auf flachen Wegen fast unbegrenzte Ausdauer, besonders wenn es etwas zu sehen gibt, und brechen bei anhaltendem Anstieg schnell ein. Eine Faustregel: den Höhenmeterwert einer Erwachsenentour halbieren, die Länge kann bleiben.

Der zweite Faktor ist die Wegbeschaffenheit. Ein schmaler Pfad entlang eines Bachs ist für Kinder interessanter als ein breiter Forstweg und deshalb subjektiv kürzer. Wer eine Strecke aussuchen will, sucht deshalb nach Abwechslung und nicht nach Aussicht.

Und die Umkehrzeit vorher festlegen. Eine Tour, die man abbrechen kann, ohne dass es sich wie ein Scheitern anfühlt, wird häufiger wiederholt.

Tipp 3: Touren im Umland, die ohne Auto funktionieren

Drei Richtungen im Umland erreicht man mit der S-Bahn und ohne Anschluss. Nach Süden zum Starnberger See, wo Uferwege ohne Steigung mit Bademöglichkeit kombiniert werden können. Nach Westen zum Ammersee, wo der Höhenweg über dem Ostufer abwechslungsreicher ist als das Ufer selbst. Und nach Osten in die Isarauen, wo man die Stadt nach zwanzig Minuten nicht mehr hört.

Für alle drei gilt derselbe Vorteil: keine Parkplatzsuche, kein Rückweg im Dunkeln am Steuer, und ein Kind, das unterwegs einschläft, ist im Zug kein Problem. Die eigentliche Bergtour braucht dann irgendwann doch ein Auto oder ein Regionalticket, aber nicht für den Anfang.

Was beim Wandern München in den Rucksack gehört

Beim Wandern München wenig, aber vollständig: mehr Wasser als man denkt, etwas zu essen, das nicht verhandelbar ist, eine Regenjacke auch bei blauem Himmel, Pflaster für Blasen und eine Wechselsocke. Voralpenwetter dreht innerhalb einer Stunde, und das ist keine Floskel, sondern der Grund für die Jacke.

Was man weglassen kann, sind Stöcke für Kinder, Trinksysteme und jede Form von Zeitplan. Was hilft, ist ein Zwischenziel, das man benennen kann: eine Brücke, ein Bach, eine Hütte. Kinder laufen auf ein Ziel zu, nicht auf eine Streckenlänge.

Was Kinder unterwegs bei Laune hält

Der wirksamste Trick ist ein benennbares Zwischenziel: eine Brücke, ein Bach, eine Hütte, ein Aussichtspunkt. Kinder laufen auf ein Ziel zu und nicht auf eine Streckenlänge, und eine Tour mit drei kleinen Zielen fühlt sich kürzer an als eine mit einem großen. Dazu gehören Pausen, die vorher versprochen und dann tatsächlich gemacht werden. Was dagegen nie funktioniert, ist die Ankündigung, es sei bald geschafft, wenn es nicht stimmt: einmal durchschaut, zieht dieses Argument den ganzen Rest der Tour nicht mehr.

Wann man besser nicht losgeht

Zwei Bedingungen sprechen gegen eine Tour mit Kindern, und beide werden regelmäßig ignoriert. Die erste ist Gewitterneigung: im Voralpenland bauen sich Wärmegewitter am Nachmittag innerhalb einer Stunde auf, und auf einer offenen Wiese gibt es keine Deckung. Wer nach elf Uhr startet, sollte im Sommer eine Ausstiegsmöglichkeit haben.

Die zweite ist Nässe. Ein feuchter Wurzelweg ist für Erwachsene unangenehm und für Kinder gefährlich, weil sie schneller gehen und weniger vorausschauen. Nach längerem Regen ist der Uferweg am See die richtige Wahl und der Steig durch den Wald die falsche, unabhängig davon, was geplant war.

Häufige Fragen

Wie weit können Kinder wandern?

Als Anhaltspunkt gilt etwa ein Kilometer pro Lebensjahr auf flachem Weg, bei deutlich reduzierten Höhenmetern. Entscheidender als die Zahl sind Abwechslung, Pausen und passende Schuhe.

Welche Wanderungen sind von München aus mit der S-Bahn erreichbar?

Die Uferwege am Starnberger See und am Ammersee sowie die Isarauen im Süden und Osten. Alle drei ohne Umstieg und mit Rückfahrmöglichkeit bis in den Abend.

Welche Schuhe brauchen Kinder zum Wandern?

Für Forstwege reichen feste Turnschuhe, für Schotter und Wurzeln ein knöchelhoher Wanderschuh mit stabiler Sohle. Wichtig ist die Passform am Nachmittag und ein eingelaufener Schuh, nicht der Preis.

Wann sollte man eine Tour mit Kindern abbrechen?

Bei aufziehendem Gewitter, bei nassem Wurzelweg und sobald ein Schuh drückt. Alle drei sind Gründe zum Umkehren und keine Verhandlungspunkte. Eine vorher festgelegte Umkehrzeit macht den Abbruch leichter, weil er dann kein Scheitern ist.

Welche Ausrüstung braucht man für eine Familientour?

Mehr Wasser als gedacht, etwas zu essen, eine Regenjacke auch bei blauem Himmel, Pflaster für Blasen und eine Wechselsocke. Stöcke, Trinksysteme und Zeitpläne kann man weglassen; ein benennbares Zwischenziel hilft mehr als jede Ausrüstung.

Sind die Touren im Münchner Umland kinderwagentauglich?

Die Uferwege an Starnberger See und Ammersee überwiegend ja, die Isarauen teilweise, die Wege im Voralpenland meist nicht. Wer einen Kinderwagen mitnimmt, bleibt auf den breiten, befestigten Uferstrecken.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern rund um München?

Mai bis Juni und September bis Oktober: die Wege sind frei, die Temperaturen halten sich, und die Gewitterneigung ist geringer als im Hochsommer. Im Juli und August startet man früh und plant eine Ausstiegsmöglichkeit ein.

Welche Berge sind von München aus am schnellsten erreichbar?

Die Voralpen um Bad Tölz, Lenggries und Kochel liegen etwa eine Stunde entfernt und sind mit dem Regionalzug erreichbar. Für die höheren Gipfel braucht man zwei Stunden oder mehr und eine frühe Abfahrt.

Sind Wanderungen mit Kinderwagen möglich?

Auf den Uferwegen an den Seen und in Teilen der Isarauen ja, im Voralpenland überwiegend nicht. Wer einen Kinderwagen dabei hat, bleibt auf breiten befestigten Strecken und plant die Kehre statt einer Runde.

Was tun bei Gewitter unterwegs?

Offene Flächen, Grate und einzelne Bäume meiden, tiefer gelegene Wege nehmen und wenn möglich ein Gebäude ansteuern. Im Voralpenland bauen sich Wärmegewitter am Nachmittag in unter einer Stunde auf, weshalb man früh startet.

Wie plant man eine Familientour richtig?

Höhenmeter halbieren, Länge beibehalten, drei benennbare Zwischenziele setzen und eine Umkehrzeit vorher festlegen. Abwechslung auf dem Weg wirkt stärker als jede Aussicht am Ende.

Braucht man eine Wanderkarte oder reicht das Handy?

Für die Uferwege reicht das Handy. Sobald es in den Wald oder ins Gebirge geht, gehören eine geladene Powerbank und eine Offline-Karte dazu, weil der Empfang in den Tälern unzuverlässig ist.