Stadtleben
Die besten Restaurants München: vom Wirtshaus bis zur Spitzenküche
München hat längst mehr als Weißwurst. Acht Häuser, die eine eigene Handschrift haben, vom Bräuhaus bis zur Spitzenküche.

Beste Restaurants München: warum die Stadt unterschätzt wird
Wer nach besten Restaurants München sucht, trifft auf einen Ruf, der der Stadt im Weg steht. Wer München mit Wirtshaus und Biergarten gleichsetzt, sieht die Hälfte nicht: eine Bistroküche, die sich an Frankreich orientiert, eine gewachsene asiatische Szene, und eine Spitzengastronomie, die im deutschen Vergleich vorn liegt.
Das eigentliche Problem der alten Häuser ist nicht die bayerische Küche, sondern das Fehlen von Entwicklung. Ein Wirtshaus, das seit dreißig Jahren dieselbe Karte fährt, ist nicht traditionell, sondern stehengeblieben. Die interessanten Adressen sind die, die sich an einer Sache messen lassen wollen.
Wirtshaus mit Anspruch: bayerisch ohne Kostüm
Das Tegernseer Tal Bräuhaus steht für die Gruppe, die bayerisch kocht, ohne sich zu kostümieren: eine kurze Karte, saubere Produkte, und Bier, das aus einer Brauerei mit Namen kommt statt aus einem Vertrag. Wer bayerische Küche einmal richtig probieren will, fängt in dieser Kategorie an und nicht in einem Touristenhaus am Platz.
Der Unterschied ist an der Karte ablesbar. Zwölf Gerichte, von denen die Hälfte saisonal wechselt, sind ein gutes Zeichen. Vierzig Gerichte, die es ganzjährig gibt, sind ein Hinweis auf Tiefkühlung.
Bistro, Burger und die mittlere Preisklasse
In der Mitte spielt sich das meiste ab, und hier wechseln die besten Restaurants München am schnellsten. Mark's steht für die Hotelküche, die tatsächlich Küche ist und nicht Frühstücksverlängerung. Marais Soir und Rilano Nr. 6 vertreten die Bistrolinie: französisch orientiert, überschaubare Karte, Wein nach Glas. Hans im Glück ist der Gegenpol, ein Burgerhaus mit eigener Gestaltung, das die Kategorie in Deutschland mitgeprägt hat.
Diese Preisklasse ist die interessanteste, weil sie am schnellsten wechselt. Ein Haus, das hier drei Jahre durchhält, hat eine echte Stammkundschaft, und das ist in München bei diesen Mieten ein Qualitätsbeweis.
Spitzenküche in München: Tantris und Atelier
Am oberen Ende der besten Restaurants München stehen zwei Häuser, die über die Stadt hinaus bekannt sind. Das Tantris in Schwabing ist seit den Siebzigern eine Institution und gehört zu den wenigen deutschen Restaurants, deren Innenarchitektur genauso besprochen wird wie die Küche. Das Atelier im Bayerischen Hof spielt in derselben Liga mit einer feineren, zurückgenommenen Linie.
Für einen Besuch gilt in beiden Fällen: Wochen vorher reservieren, das Menü nehmen statt à la carte, und den Abend nicht mit einem Konzert kombinieren. Wer eine günstigere Variante sucht, findet in beiden Häusern Mittagsangebote, die einen Bruchteil kosten.
Am anderen Ende der Skala steht Yum2Take für die Kategorie, die München erst spät ernst genommen hat: gutes Essen zum Mitnehmen, ohne Kompromiss beim Produkt. Für einen Abend mit Konzert ist das oft die klügere Wahl als ein Menü; wie sich beides verbinden lässt, steht bei München am Abend.
Wo man in München mittags gut isst
Der günstigste Zugang zur guten Küche der Stadt ist der Mittagstisch. Mehrere Häuser der oberen Preisklasse bieten mittags ein kurzes Menü zu einem Bruchteil des Abendpreises, und in den Bistros ist der Mittagsteller der Ort, an dem die Küche zeigt, was sie kann. Wer eine Adresse testen will, kommt mittags und entscheidet danach, ob ein Abend dort lohnt. Dasselbe gilt für die Weinkarte: was mittags offen im Glas steht, sagt mehr über ein Haus als die Länge seiner Liste.
Biergarten: eine eigene Kategorie neben dem Wirtshaus
Ein Text über Münchner Gastronomie ohne Biergarten wäre unvollständig, und ein Biergarten ist kein Restaurant. Die Regel, die ihn definiert, ist bayerisches Recht: wo Selbstbedienung angeboten wird, darf mitgebrachtes Essen verzehrt werden. Das erklärt die Tischordnung, die Brotzeitkörbe und den Umstand, dass ein Nachmittag dort fast nichts kosten muss.
Praktisch heißt das: der Selbstbedienungsbereich ist der eigentliche Biergarten, der bediente Teil ein Wirtshaus im Freien. Wer mit Kindern kommt, sitzt im ersten Teil richtig; wer bestellen will, im zweiten. Der Unterschied steht nirgends angeschrieben und ist an den Tischtüchern zu erkennen.
Häufige Fragen
Welches Restaurant in München ist das beste?
Für klassische Spitzenküche gilt das Tantris als erste Adresse der Stadt, mit dem Atelier im Bayerischen Hof auf gleicher Höhe. Welches besser ist, hängt davon ab, ob man eine Bühne oder eine Zurücknahme möchte.
Wo isst man in München bayerisch, ohne Touristenpreise?
In den Wirtshäusern außerhalb des Rings um den Marienplatz und in den Brauhäusern mit eigener Brauerei. Ein Indiz ist die Kartenlänge: kurz und saisonal ist besser als lang und ganzjährig.
Braucht man in München eine Reservierung?
In der Spitzengastronomie Wochen im Voraus, in der mittleren Preisklasse an Wochenenden ja, unter der Woche meist nicht. In Wirtshäusern mit Biergarten ist Reservierung drinnen sinnvoll, draußen unmöglich.
Was ist der Unterschied zwischen Biergarten und Wirtsgarten?
Im Selbstbedienungsbereich eines echten Biergartens darf mitgebrachtes Essen verzehrt werden, das ist in Bayern rechtlich abgesichert. Der bediente Teil ist ein Wirtshaus im Freien, dort gilt das nicht. Zu erkennen ist der Unterschied an den Tischtüchern.
Wo isst man in München am besten mittags?
Am Mittagstisch der besseren Häuser: mehrere Restaurants der oberen Preisklasse bieten mittags ein kurzes Menü zu einem Bruchteil des Abendpreises. Wer eine Adresse testen will, kommt mittags und entscheidet danach über einen Abend.
Gibt es in München gute vegetarische Restaurants?
Ja, und die Auswahl ist über die Jahre deutlich gewachsen, vor allem in der Maxvorstadt und im Glockenbachviertel. Auch in den Wirtshäusern gehören inzwischen vegetarische Klassiker fest zur Karte.
Woran erkennt man ein gutes Wirtshaus?
An der Kartenlänge und der Saison. Zwölf Gerichte, von denen die Hälfte wechselt, sind ein gutes Zeichen; vierzig ganzjährig verfügbare Gerichte sind ein Hinweis auf Tiefkühlung. Ein Bier aus einer benannten Brauerei ist das zweite Indiz.
Wo isst man in München am günstigsten gut?
In den Markthallen, an den Imbissen der Viktualienmarkt-Umgebung und in den Kantinen der Hochschulen, die auch Gästen offenstehen. Beim Wirtshaus ist die Tageskarte günstiger als die Standardkarte.
Muss man in München Trinkgeld geben?
Es ist üblich, etwa fünf bis zehn Prozent, und wird beim Zahlen aufgerundet statt auf dem Tisch liegen gelassen. Bei Selbstbedienung im Biergarten entfällt es.
Wann ist Oktoberfest und lohnt sich das Essen dort?
Das Fest liegt im Zeitraum Ende September bis Anfang Oktober. Das Essen in den Zelten ist solide und teuer; wer wegen der Küche kommt, isst besser vorher in der Stadt.
Gibt es in München Sternerestaurants?
Ja, mehrere, und die Stadt gehört bei der Dichte ausgezeichneter Küchen zu den führenden in Deutschland. Der günstigste Zugang dazu ist in den meisten Häusern das Mittagsmenü.
Welche Münchner Spezialitäten sollte man probieren?
Weißwurst am Vormittag mit süßem Senf und Brezn, Schweinsbraten mit Kruste, Obatzda im Biergarten und Leberkäs als Semmel zwischendurch. Alle vier gibt es gut und schlecht, und der Unterschied liegt am Haus, nicht am Rezept.