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Wirtschaft & Unternehmen

Die größten Unternehmen Münchens: Konzerne mit Sitz in der Stadt

Die Konzerne und großen Firmen mit Sitz in München, von der Rückversicherung bis zum Fahrzeugbau, und der historische Grund für diese Dichte.

Blick nach oben an drei Bürohochhäusern in der Abenddämmerung
München trägt mehr Konzernzentralen als jede andere deutsche Stadt ihrer Größe.

Warum so viele Zentralen hier sitzen

Die Konzentration großer Unternehmen in München ist kein Zufall und kein Ergebnis moderner Standortpolitik. Sie geht auf die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, in denen zahlreiche Unternehmen aus Berlin und aus den östlichen Gebieten ihren Sitz in den Süden verlegten. Bayern bot Fläche, politische Stabilität und eine Verwaltung, die aktiv angeworben hat.

Was daraus entstand, verstärkte sich selbst. Wo Zentralen sitzen, siedeln sich Wirtschaftsprüfer, Kanzleien, Werbeagenturen und Personalberater an, und die brauchen wieder Zentralen. Diese Schicht unternehmensnaher Dienstleistungen ist heute selbst ein großer Arbeitgeber.

Die Blöcke: Versicherung, Fahrzeugbau, Elektrotechnik

Nach Umsatz führt die Versicherungs- und Rückversicherungswirtschaft. München ist einer der wichtigsten Standorte der Branche weltweit, und das gilt für Erstversicherer wie für die Rückversicherung, deren Modellrechnungen weltweite Katastrophenrisiken bepreisen.

Der Fahrzeugbau folgt mit Konzernzentrale, Entwicklung und Verwaltung im Stadtgebiet, während die eigentliche Fertigung überwiegend außerhalb liegt. Elektrotechnik und Industrieautomation bilden den dritten Block, historisch der älteste, mit einer breiten Zuliefererlandschaft im Umland.

Dazu kommen Handel, Medien und Verlagswesen, die in München traditionell stark sind, sowie Energie- und Infrastrukturunternehmen. Die Softwarebranche ist gemessen an Umsatz noch klein, wächst aber am schnellsten; sie steht im Überblick der Software-Unternehmen.

Umsatz, Beschäftigte, Sitz: drei Ranglisten, drei Ergebnisse

Jede Liste der größten Unternehmen Münchens hängt davon ab, was gezählt wird. Nach Umsatz führen Versicherung und Fahrzeugbau. Nach Beschäftigten im Stadtgebiet führt die öffentliche Hand. Nach der Zahl der Unternehmen mit Sitz führt der Mittelstand, der in keiner der beiden anderen Listen sichtbar wird.

Wer eine solche Rangliste liest, sollte deshalb zuerst nach der Zählweise fragen. Eine Reihenfolge ohne angegebene Kennzahl ist kein Ergebnis, sondern eine Meinung. Nach Beschäftigten sortiert stehen die Top-Arbeitgeber der Stadt in einer eigenen Übersicht.

Das Umland gehört dazu

Eine Liste der größten Unternehmen Münchens, die an der Stadtgrenze aufhört, ist unvollständig. Ein erheblicher Teil der Wirtschaftskraft liegt im Umland: Werke, Logistik, Zulieferer und Verwaltungen in den Gemeinden entlang der S-Bahn-Achsen, von Garching und Unterföhring über Aschheim bis nach Gauting und Germering.

Diese Standorte sind rechtlich nicht München und wirtschaftlich vollständig Teil davon. Sie stellen einen großen Teil der Arbeitsplätze, sie zahlen Gewerbesteuer in ihre eigenen Gemeinden, und sie sind der Grund, warum die Region zusammen deutlich größer wirkt als die Stadt allein.

Für Bewerber ist das eine praktische Information: eine Stelle mit Münchner Adresse kann eine Fahrzeit von vierzig Minuten bedeuten, und eine Stelle in einer Umlandgemeinde einen kürzeren Weg als eine im Stadtgebiet.

Was die Konzerndichte für die Stadt bedeutet

Die Vorteile liegen auf der Hand: hohe Steuerkraft, ein stabiler Arbeitsmarkt, ein Kulturangebot, das von Unternehmensstiftungen mitgetragen wird. Der Preis steht daneben und ist genauso konkret. Die Konzerndichte treibt die Löhne, die Löhne treiben die Mieten, und die Mieten verdrängen alles, was nicht mithalten kann.

Das betrifft nicht nur Wohnen. Handwerksbetriebe, kleine Läden und Gastronomie finden in der Innenstadt kaum noch tragbare Flächen, und Personal, das sich die Stadt nicht leisten kann, pendelt aus dem Umland. Die wirtschaftliche Stärke Münchens und seine Wohnungsfrage sind dasselbe Thema von zwei Seiten.

Die Nachkriegsverlagerung im Detail

Wie stark die Verlagerung nach 1945 gewirkt hat, lässt sich an einzelnen Branchen ablesen. Die Elektrotechnik verlegte ihren Schwerpunkt aus Berlin nach München und Erlangen. Versicherer und Rückversicherer, die schon vorher hier saßen, wuchsen mit dem Wirtschaftsaufschwung und zogen Verwaltungsfunktionen nach. Verlage und Medien folgten, weil Autoren und Redaktionen dorthin gingen, wo Verlage waren.

Der Effekt hält bis heute an, weil solche Cluster sich selbst tragen: Fachkräfte ziehen dorthin, wo mehrere mögliche Arbeitgeber sitzen, und Unternehmen dorthin, wo Fachkräfte sind. Das ist der Grund, warum sich Standortentscheidungen aus den Vierzigern und Fünfzigern in der Miete von heute niederschlagen.

Häufige Fragen

Welches ist das größte Unternehmen in München?

Nach Umsatz führen die Versicherungswirtschaft und der Fahrzeugbau. Eine einzige Antwort gibt es nicht, weil sich die Reihenfolge je nach Kennzahl (Umsatz, Gewinn, Beschäftigte, Bilanzsumme) verschiebt.

Wie viele DAX-Unternehmen sitzen in München?

Mehrere, und damit mehr als in jeder anderen deutschen Stadt außer Frankfurt. Die genaue Zahl ändert sich mit jeder Indexanpassung, weshalb eine feste Angabe hier schnell falsch wäre.

Warum sind so viele Versicherer in München?

Historisch durch Gründungen im 19. Jahrhundert und die Ansiedlung der Rückversicherung, später verstärkt durch die Verlagerungen nach 1945. Einmal entstandene Cluster ziehen Fachkräfte und Dienstleister an, was den Standort selbst stabilisiert.

Zählt das Umland zu München?

Wirtschaftlich ja, rechtlich nein. Ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze der Region liegt in Gemeinden entlang der S-Bahn-Achsen, von Garching und Unterföhring bis Aschheim und Germering. Sie zahlen ihre Gewerbesteuer selbst und erscheinen in städtischen Statistiken nicht.

Wie viele Unternehmen gibt es in München?

Im Stadtgebiet sind mehrere Zehntausend Betriebe gemeldet, überwiegend klein und mittelgroß. Die Aufmerksamkeit liegt auf wenigen Konzernen, die Zahl der Arbeitsplätze verteilt sich sehr viel breiter.

Welche Konzerne haben München verlassen?

Einzelne Zentralen und Standorte sind über die Jahre verlagert oder nach Übernahmen aufgelöst worden, meist aus Kostengründen oder weil ein Käufer die Funktion an einen anderen Sitz gezogen hat. Der Bestand ist trotzdem gewachsen.

Ist München oder Frankfurt der größere Wirtschaftsstandort?

Das hängt an der Kennzahl. Frankfurt führt bei Banken, Börse und Luftverkehr, München bei Versicherung, Industrie und Zahl der Konzernzentralen. Nach Wirtschaftsleistung der Region liegen beide dicht beieinander.

Welche Automobilzulieferer sitzen um München?

Eine breite Schicht mittelständischer Betriebe in den Landkreisen ringsum, von Elektronik über Umformtechnik bis zur Prüftechnik. Sie tauchen in keiner Rangliste auf und stellen einen erheblichen Teil der Arbeitsplätze der Region.

Wie viel Gewerbesteuer nimmt München ein?

Die Gewerbesteuer ist die wichtigste eigene Einnahmequelle der Stadt und schwankt stark mit den Gewinnen einzelner Großunternehmen. Genau diese Abhängigkeit ist der Grund, warum die Haushaltsplanung hier volatiler ist als die Wirtschaft.

Welche Konzerne haben ihren Sitz im Münchner Umland?

Mehrere große Namen sitzen formal in den Gemeinden ringsum statt im Stadtgebiet, meist wegen Fläche und Steuersatz. Wirtschaftlich gehören sie zur Region, statistisch erscheinen sie nicht als Münchner Unternehmen.

Was ist der größte Arbeitgeber im Münchner Umland?

Der Flughafen mit seinen ansässigen Betrieben ist der größte einzelne Standort, dazu kommen die Werke der Fahrzeug- und Elektroindustrie in den Landkreisen. Beide ziehen Pendler in beide Richtungen.

Wächst Münchens Wirtschaft noch?

Sie wächst langsamer als in den Jahren des Zuzugsschubs, aber stabiler als in Städten mit einer dominanten Branche. Der begrenzende Faktor ist inzwischen Fläche und Wohnraum, nicht Nachfrage.